Darmstädter Kinderkliniken bestehen seit 100 Jahren
Jubiläum – Vielzahl an medizinischen Schwerpunkten
DARMSTADT. Was als vergleichsweise kleines Säuglings- und Mütterheim begonnen hat, ist im Laufe eines Jahrhunderts zu einem wichtigen Zentrum der Kinderheilkunde in der Region geworden. Die Kinderkliniken Prinzessin Margaret – kurz Prima – bezeichnete ihr Leiter, Chefarzt Bernhard Lettgen, beim Festakt zum hundertjährigen Bestehen gestern Nachmittag im Darmstadtium als „Erfolgsmodell”.

Zentrum für die Region: Die Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret bieten ein breites Behandlungsspektrum. Foto: Roman Grösser
Dabei wurde deutlich, welchen Wandel die Kinderkliniken, die 1997 aus der Fusion der Eleonoren-Kinderklinik und der Kinderklinik des städtischen Klinikums entstanden sind, genommen haben. „Wir haben ständig unser Spektrum erweitert”, sagte Lettgen. Darmstädter Kinder sollten nicht mehr zu Fachkliniken in Heidelberg, Frankfurt oder Mannheim fahren müssen, nannte er als sein Ziel, als er vor 14 Jahren die Leitung der Kliniken in ihrer heutigen Struktur übernahm.
Mit einer Vielzahl an medizinischen Schwerpunkten, Zentren und Ambulanzen soll dies erreicht werden. Als Beispiel nennt Lettgen das Pädiatrische Dysphagiezentrum, Pädy genannt. Es ist bundesweit das einzige Zentrum für Kinder mit Ess- und Schluckschwierigkeiten. Gleiches gilt für die „Station D” für Notfallpatienten, die mit der Einweihung des zweiten Bauabschnitts im vergangenen Januar eröffnet wurde.
Im Laufe der Jahre wurde das Angebot ausgebaut. Fachärzte kümmern sich um Kinder mit Nierenerkrankungen. Auch Kinder mit Diabetes oder Hormonkrankheiten werden in den neuen Gebäuden an der Dieburger Straße behandelt. Seit mittlerweile neun Jahren gibt es eine Psychosomatik-Abteilung, die im vergangenen Jahr um eine Tagesklinik erweitert wurde. Hinzu kommt das Südhessische Perinatalzentrum, in dem Früh- und Neugeborene versorgt werden.
Dieses wie die Psychosomatische Abteilung will Lettgen in den nächsten Jahren erweitern. „Unser Chef hat ständig neue Ideen”, würdigte Pflegedienstleiterin Anette Niemeier den Klinikleiter.
Steigende Patienten- und Mitarbeiterzahlen belegen Wachstum und Bedeutung der Klinken. Gab es 1996 weniger als 2000 stationäre Patienten, waren es im vergangenen Jahr 4692. Sie wurden von mehr als 320 Ärzten, Schwestern und Pflegern, Therapeuten und anderen Beschäftigen betreut – 1997 waren es nur 198.
Krankenhausdezernent Dierk Molter (FDP) sieht die Kinderkliniken „auf modernstem Standard”. Während des Festaktes rechtfertigte er die Namensgebung. Mit ihr werde das soziale Engagement von Prinzessin Margaret gewürdigt.
Die Kliniken sind auch auf externe Unterstützung angewiesen. Das machte Chefarzt Lettgen klar. Dazu zählt der 1999 gegründete Förderverein, der sich unter anderem an der eltern- und kindgerechten Ausstattung beteiligt hat. Die Claudia-Ebert-Stiftung engagiert sich auch für die Psychosomatische Abteilung und das Projekt Anna, mit seinem Angebot für Kinder und Jugendliche in Lebenskrisen. Hinzu kommen Institute, Firmen und Privatpersonen, die die Arbeit fördern.
Vor dem Hintergrund bezeichnete der Referatsleiter Krankenhausversorgung im hessischen Sozialministerium, Jochen Metzner, die Darmstädter Kinderkliniken gestern als „Beispiel für andere in Hessen”.
Darmstädter Echo vom 27. Mai 2011