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Presse

Stimmung im Staatstheater

ECHO hilftDas Sinfonische Blasorchester Wixhausen zu Gast im Großen Haus

Anna - das bedeutet: Alles, nur nicht aufgeben. Die Kinderklinik Prinzessin Margret will mit diesem Programm Krisen von jungen Menschen entschärfen. Egal ob Hochbegabte, die unterfordert sind, oder Musliminnen, die Stress mit der Familie haben. Die Psychologin Barbara Gansera will ihnen gemeinsam mit ihrem Team den Mut zum Weiterleben stärken. Unterstützt wird sie dabei von der aktuellen „ECHO-hilft”-Aktion, die am Sonntag als erste ihrer Veranstaltungen das Benefiz-Konzert im Staatstheater organisiert hat. Auf der Bühne stand in diesem Jahr das vielfach ausgezeichnete Blasorchester Wixhausen unter der Leitung von Rainer Laumann.

„Es gibt immer noch viele Leute, die glauben, Blasmusik sei nichts für sie”, weiß Pressesprecherin Silke Gundlach. „Alle diese Zweifler möchte ich zu einem unserer Konzerte einladen.” Bekannte Solisten wie die Violinistin Christine Schwarzmeier von der Frankfurter Oper drängen sich genauso danach, mit dem Sinfonischen Blasorchester Wixhausen aufzutreten wie der erste Posaunist des Hessischen Rundfunks, Hans Reiner Schmidt, der für die „Carmen Suite” am Sonntag extra sein Euphonium mit in den großen Saal des Staatstheaters gebracht hat.

Die ganze Palette der möglichen Klangfarben demonstriert der voluminöse Klangkörper des Blasorchesters mit den „Rumänischen Tänzen” von Thomas Doss. Der 1966 geborene Komponist aus Linz verarbeitet in den sechs Sätzen volkstümliche Melodien. Im „Baluta”-Satz zeichnen die vierzig Musiker mit Rufen, Pfeifen, Klatschen die Atmosphäre eines Dorffestes nach; das Arrangement erinnert mit den hakeligen Rhythmen und pfiffigen Arrangements zeitweise an Spike Jones. Dazwischen finden sich immer wieder schnelle und virtuose Solopassagen, wie im letzten Satz mit einem sehr jungen Tubaspieler.

„Gerade bei einem Benefiz-Konzert sollen auch Traditionalisten auf ihre Kosten kommen”, meint der Conférencier Rainer Lutz, als er den „Slawischen Tanz Nr. 8” von Antonín Dvorák ankündigt. Die Piano-Stellen der mährischen Weisen gelingen am Sonntag so sauber, dass Holz und Blech wie ein einziges Instrument klingen. Nach der Zugabe eines wuchtigen Florentiner-Marsches holen die Musiker noch einmal die Noten des „Camino Real” von Alfred Reed hervor, mit der das Konzert begonnen hat, und zaubern mit dem letzten Satz „Straße der Könige” Urlaubsstimmung in das Auditorium.

Darmstädter Echo vom 01. November 2010